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Umfragen vor der Bundestagswahl: Schwarz-gelber Vorsprung wackelt

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Schwarz-Gelb verliert die Mehrheit

23.09.2009, 14:02 Uhr

Guido Westerwelle und Angela Merkel müssen um eine schwarz-gelbe Mehrheit nach der Bundestagswahl bangen (Foto: Reuters) Guido Westerwelle und Angela Merkel müssen um eine schwarz-gelbe Mehrheit nach der Bundestagswahl bangen (Foto: Reuters)

Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat Schwarz-Gelb seinen Vorsprung offenbar eingebüßt. Nach einer repräsentativen Umfrage des Berliner Institutes Info GmbH im Auftrag des "Handelsblatts" erreichen Union und FDP zusammen nur noch 46 Prozent - SPD, Grüne und Linke hingegen 49 Prozent. Die Union rutscht auf 34 Prozent ab, die FDP auf zwölf Prozent.

Das ist laut Institut der schwächste Wert für das schwarz-gelbe Lager seit Beginn der heißen Wahlkampfphase Anfang Juli. Die SPD kann sich auf 27 Prozent verbessern, die Linke erreicht zwölf Prozent. Die Grünen kommen auf zehn Prozent. Das würde auch unter Einrechnung der erwarteten Überhangmandate nicht mehr für eine schwarz-gelbe Parlamentsmehrheit reichen, berichtete die Zeitung. Diese stehe nach internen Berechnungen erst ab 47 Prozent.

Bürger erwarten Schwarz-Rot

"Dramatisch" fiel dabei laut Info GmbH die Wende bei der Frage aus, welche Koalition die Befragten erwarteten: Schwarz-Rot schoss den Angaben zufolge von 25 auf 43 Prozent, Schwarz-Gelb sackt von 47 auf nur noch 32 Prozent ab.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Auch die Befragungen der Institute Forsa und Allensbach deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und FDP auf der einen Seite sowie SPD, Linkspartei und Grünen auf der anderen hin. Dem Forsa-Wahltrend zufolge liegen Union und FDP in der Wählergunst mit zusammen 48 Prozent so knapp wie nie zuvor in diesem Jahr vor SPD, Grünen und Linkspartei (insgesamt 47 Prozent). Noch im Februar hatte das linke Lager in der entsprechenden Umfrage acht Punkte zurückgelegen. Dennoch könnte es dem Institut zufolge mit Überhangmandaten eine Mehrheit für Union und FDP geben.

(Grafik: dpa) (Grafik: dpa)

Union verliert Stimmen

Die Union könnte laut Forsa mit 35 Prozent der Stimmen rechnen - zwei Punkte weniger als in der Umfrage vom Montag voriger Woche direkt nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Auf die FDP entfallen 13 Prozent (plus eins). Die SPD steigerte sich um zwei Punkte auf 26 Prozent. Grüne (elf Prozent) und Linke (zehn) blieben unverändert.

SPD-Anhänger stehen hinter Steinmeier

Kanzlerin Merkel hat in der Bevölkerung laut Forsa deutlich an Sympathie verloren. Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich nach dem Wahltrend von "Stern" und RTL 49 Prozent für die CDU-Chefin entscheiden, sieben Punkte weniger als in der vergangenen Woche. Steinmeier konnte sich um zwei Punkte auf 26 Prozent steigern. Laut Umfrage stehen die SPD-Anhänger nun stärker hinter ihm: Drei Viertel von ihnen (76 Prozent) wünschen sich, dass er ins Kanzleramt einzieht. Im Laufe des Jahres schwankte der Wert zwischen 50 und 60 Prozent.

Allensbach sieht Schwarz-Gelb vorn

Laut Allensbach-Umfrage in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kommen CDU und CSU auf zusammen 35 Prozent, der Wunsch-Koalitionspartner FDP auf 13,5 Prozent. Die SPD könnte mit 24 Prozent der Stimmen rechnen. Die Grünen kämen auf elf Prozent, die Linkspartei auf 11,5 Prozent.

Das Berliner Meinungsforschungsinstitut Info GmbH befragte für das "Handelsblatt" 1513 Wahlberechtigte. Befragungszeitraum war die Woche nach dem TV-Duell. Forsa-Datenbasis: 2503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 15. bis 21. September 2009; statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. - Info-GmbH-Datenbasis: 1513 Befragte nach dem 13. September. - Allensbach-Datenbasis: 1200 Bundesbürger vom 14. bis 21. September.


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Quelle: dpa , AFP

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