Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland >

Schwarz-Gelb einigt sich auf Wahlreform

...

Schwarz-Gelb einigt sich auf Wahlreform

11.04.2011, 08:51 Uhr

Das neue Wahlrecht wird auch beeinflussen, wie der Bundestag künftig zusammengesetzt sein wird (Foto: ddp)

Das neue Wahlrecht wird auch beeinflussen, wie der Bundestag künftig zusammengesetzt sein wird (Foto: ddp)

Union und FDP haben sich auf eine Reform des Wahlrechts geeinigt. Das teilten der stellvertretende Unionsfraktionschef Günter Krings und der FDP-Innenpolitiker Stefan Ruppert mit. Künftig soll jedes Bundesland separat seine Volksvertreter wählen und in den Bundestag entsenden. Bislang werden die Ergebnisse der Bundesländer verrechnet. Überhangmandate soll es aber auch weiterhin geben.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Juli 2008 die bisherige Regelung der Überhangmandate für verfassungswidrig erklärt. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr direkt gewählte Abgeordnete bekommt, als ihr nach dem bundesweiten Zweitstimmen-Ergebnis zustehen. Davon profitieren vor allem die großen Parteien.

Der Gesetzgeber wurde beauftragt, bis zum 30. Juni dieses Jahres eine Alternative zur Regelung des "negativen Stimmgewichts" zu finden. Bislang kann es in Ausnahmefällen für eine Partei vorteilhafter sein, deutlich weniger Zweit- als Erststimmen zu erhalten, da die Zweitstimmenergebnisse auf Bundesebene verrechnet werden. "Negatives Stimmgewicht" nennt man das Phänomen, dass sich Stimmen entgegen dem Wählerwillen auswirken können.

Landeslisten werden getrennt gewertet

Künftig sollen die Landeslisten der Parteien daher nicht mehr miteinander verbunden sein. Maßgeblich für die Fünf-Prozent-Hürde ist allerdings weiterhin das bundesweite Durchschnittsergebnis. Zudem gilt weiter: Je höher die Wahlbeteiligung in einem Land, desto mehr Abgeordnete aus diesem Land können in den Bundestag einziehen.

"Mit dem Modell der Koalition werden keine neuen Probleme geschaffen und die Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts, bis zum 30.Juni 2011 eine Lösung zu schaffen, erfüllt", erklärten Krings und Ruppert. Alle Alternativen beseitigten das negative Stimmgewicht nicht oder erzeugten noch größere Verfassungsprobleme.

"Unnötige Aufblähung des Bundestags"

SPD und Grüne kritisierten den Vorschlag. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, warf der Koalition vor, "angesichts schrumpfender Umfragen die eigene Macht mithilfe von Überhangmandaten" sichern zu wollen. Die zunehmende Zahl von Überhangmandaten berge das Risiko, dass "einer Mehrheit nach Zweitstimmen eine anderen Mehrheit nach Mandaten gegenüber steht".

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, fürchtet "eine unnötige Aufblähung des Bundestags um etwa 30 bis 60 Überhangmandate". Ein Wahlrecht aber, das nicht den Mehrheitswillen der Wähler im Parlament abbilde, widerspreche dem Demokratieprinzip, sagte Beck. Er drohte der Koalition mit einer erneuten Klage vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe.


Angebote unserer Partner

Partner Anzeigen

Quelle: dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Schwarz-Gelb einigt sich auf Wahlreform" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Schwarz-Gelb einigt sich auf Wahlreform" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (42)

zum Forum

Thema: "Schwarz-Gelb einigt sich auf Wahlreform"

CT schrieb: am 8. April 2011 um 19:34:51
(0) (0) Wahlen
Das Beste wäre, wenn alle Mitglieder der Regierung durch Direktwahlen gestellt werden. Jeder Bürger Deutschlands eine Stimme. Keine
Parteien, sondern unsere Vertreter sollten gewählt werden. Lobbyismus raus aus der Regierung, behindert deren Arbeit nur. Die Kleinstaaterei würde ich als Nächstes abschaffen und Schul-, Studiums- und Berufsabschlüsse sowie Schulmaterial und Frerienzeiten vereinheitlichen, Lohngleichheit West/Ost Männer/Frauen und Mindestlöhne schaffen. So wird ein Schuh draus!
mehr Kommentar melden

Ursk schrieb: am 8. April 2011 um 19:32:50
(0) (0) Wahlrecht
Keine Überhangmandate mehr!! Einfacheres Wahlrecht!! die Besten sollten eine Regierung bilden ohne Parteienbindung.!!!!

Kommentar melden

EM schrieb: am 8. April 2011 um 19:17:50
(0) (0) Wahlrecht
Wir brauchen ein neues / einfaches Wahlrecht : Politiker sollen sich zur Wahl stellen, egal welcher Partei sie angehören und wir
wählen diese mit 1 Stimme direkt und wer die meisten Stimmen hat , wird Kanzler, danach - je nach Stimmergebnis folgen die anderen Minister.... bis alle Posten vergeben sind (egal welche Partei) ...... dann stellt jedes Bundesland noch 1-2 Abgeordnete und das reicht !! Die jetzigen Wasserköpfe/ Ausschüsse benötigen wir nicht. Außerdem nur noch alle 5 J. Neuwahl.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Anzeige
Video
Rätselraten um mysteriöses Wesen gelöst

Biologen sind sich einig: Art heißt "Deepstaria enigmatica". zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
 Anuia, Junior-Chef des Stammes der Yawalapiti, studiert mit seinen Stammesbrüdern einen rituellen Tanz ein.  (Quelle: Reuters\Ueslei Marcelino )

Wie könnte man die Toten besser ehren als mit einem Tanz? mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche
Das Satellitenbild der Woche zeigt die Frühlingsblüte des Phytoplankton an Irlands Nordwestküste im Nordatlantik. Die Mikroorganismen sind die Basis der Nahrungskette der Meere und spielen eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Kohlenstoffdioxid. (Quelle: ESA)

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Knalliger Farbmix
bonprix.de

Heiße Sommermode in frischen, bunten Farben. von bonprix.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Frühling: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige