CSU-Chef Seehofer ist mit dem Ergebnis in Bayern nicht zufrieden (Foto: dpa)
Ein Jahr nach ihrem Fiasko bei der bayerischen Landtagswahl muss die CSU bei der Bundestagswahl in ihrem Heimatland neue dramatische Verluste hinnehmen. Laut vorläufigem amtlichem Endergebnis kommt die CSU in Bayern auf 42,6 Prozent und schnitt damit noch schlechter ab als bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr. Die FDP legt hingegen stark auf 14,7 Prozent zu und wird drittstärkste Kraft in Bayern nach der SPD. Die Sozialdemokraten verlieren weiter an Rückhalt und kommen nur noch auf 16,8 Prozent. Die Linke kommt auf 6,5 Prozent und schaffte damit erstmals in Bayern den Sprung über die Marke von 5 Prozent. Auch die Grünen legen zu auf 10,8 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die CSU 49,2 Prozent erreicht.
CSU-Chef Horst Seehofer bezeichnete die drastischen Verluste seiner Partei bei der Bundestagswahl als enttäuschend. "Unser Abschneiden der CSU in Bayern ist nicht zufriedenstellend", sagte der Ministerpräsident. "Das ist insgesamt enttäuschend." Seehofer will aber keine personellen Konsequenzen ziehen: "Ich bin jedenfalls fest entschlossen, alles zu tun, dass wir das verlorene Vertrauen der Bevölkerung hier in Bayern so schnell wie möglich mit einer neuen Regierung in Berlin zurückerobern." Er sagte Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel zu, "dass wir sie voll unterstützen werden".
Auch SPD verliert enorm
Von der Schwäche der CSU können die bayerischen Sozialdemokraten aber überhaupt nicht profitieren - im Gegenteil: Die SPD kommt in Bayern nur noch auf 16,5 Prozent kommt. Das ist ebenfalls ihr schlechtestes Resultat bei einer Bundestagswahl in dem weiß-blauen Freistaat. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war die Bayern-SPD noch auf 25,5 Prozent gekommen. Bei der letzten Europawahl hatte sie allerdings nur 12,9 Prozent erreicht.
Die Kleinen ganz groß
Wahlgewinner sind dagegen die kleinen Parteien, allen voran die FDP, die laut Prognose massiv auf 15,5 Prozent zulegt. Die Grünen steigern sich auf 11,5 Prozent. Die Linke legt auf 6,5 Prozent zu und liegt damit erstmals bei einer Wahl in Bayern über fünf Prozent.
Der Absturz der CSU
Bei der Landtagswahl im September 2008 war die CSU auf 43,4 Prozent abgestürzt und hatte damit ihre absolute Mehrheit im Landtag eingebüßt. Damals hatten Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Erwin Huber ihre Ämter niederlegen müssen und waren vom damaligen Bundesagrarminister Horst Seehofer beerbt worden. Bei der Europawahl im Juni legte die CSU wieder auf 48,1 Prozent zu.