Manche Sozis wollen kein Kindermädchen im Wahlkampf
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Manche Sozis wollen kein Kindermädchen im Wahlkampf
13.07.2009, 10:13 Uhr
Super Nanny Katharina Saalfrank wurde kürzlich ganz stolz von SPD-General Hubertus Heil als Wahlkämpferin vorgestellt - nicht zur Freude aller Sozialdemokraten (Foto: ddp)
Eine Super Nanny als Wahlkampflokomotive der kränkelnden SPD? Viele Sozialdemokraten halten nichts vom geplanten Auftritt der als "ganz tolles Kindermädchen" bekannt gewordenen Katharina Saalfrank im Bundestagswahlkampf.
Die Bundestagsabgeordnete und Familienexpertin Marlene Rupprecht forderte den Generalsekretär ihrer Partei, Hubertus Heil, im Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" zu einer Erklärung darüber auf, warum Saalfrank als Wahlkämpferin eingesetzt wird. Die Abgeordnete wirft der von Saalfrank gemachten RTL-Sendung vor, Kinder bloßzustellen und zu missbrauchen. Kinder dürften nicht dazu benutzt werden, um mit ihnen Quote zu machen.
"Ich würde sie nicht einsetzen"
Ähnlich hatte sich den Angaben zufolge auch die frühere Familienministerin Renate Schmidt geäußert. Ihrer Ansicht nach verletzt die Sendung die Würde von Kindern. Kritik an der Super Nanny kommt auch von der Vorsitzenden der Kinderkommission im Bundestages, der Grünen-Politikerin Ekin Deligöz: "Ich würde sie nicht im Wahlkampf einsetzen. Ihre Sendung hat einen voyeuristischen Charakter."
Auftritte zur Familienpolitik
Saalfrank soll zusammen mit Heil und anderen SPD-Politikern auf einer Veranstaltungsreihe der Partei zur Familienpolitik in mehreren Bundesländern auftreten. Die Diplom-Pädagogin gibt im Fernsehen seit 2004 die allwissende Kinderfrau, die Familien, vorwiegend aus schwierigem sozialen Umfeld, bei der Erziehung ihrer ebenso schwierigen Kinder vor einem Millionenpublikum helfen soll.