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Kanzlerkandidat Steinmeier setzt auf die Frauen

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Kanzlerkandidat Steinmeier setzt auf die Frauen

30.07.2009, 11:38 Uhr

SPD-Kandidat Steinmeier setzt auf die Frauen - aber vorerst nicht auf Schmidt (Foto: dpa) SPD-Kandidat Steinmeier setzt auf die Frauen - aber vorerst nicht auf Schmidt (Foto: dpa)

Trotz des vorläufigen Ausstiegs von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird das Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit auffällig vielen Frauen besetzt sein. SPD-Vize Andrea Nahles ist für Bildungspolitik zuständig. Die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, kümmert sich um Familienfragen. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten, übernimmt den Bereich Verteidigungspolitik.


Auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wird nach dpa-Informationen mit von der Partie sein. Der 36-Jährige soll sich um den Bereich Neue Medien kümmern. Mitglied im Wahlkampfteam wird auch die Gesundheitsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, Carola Reimann. Die 41-Jährige soll für Hochschule und Forschung zuständig sein.

Schmidt verzicht vorerst auf Nominierung

Mit Ausnahme von Schmidt, die bis zur vollständigen Klärung der Vorwürfe wegen ihres "Dienstwagen-Urlaubs" auf eine Nominierung für das Team verzichtete, sind alle amtierenden SPD-Bundesminister dabei. Offiziell wird das Schattenkabinett am Donnerstag in Potsdam vorgestellt. Dort hatten sich die Parteiführung am Mittwoch zu einer Klausurtagung zurückgezogen. Steinmeier sagte in einer kurzen Stellungnahme am Rande der Klausur, sein Team stehe für "Dynamik und Aufbruch". Die SPD habe "nicht nur die besseren Köpfe, sondern auch die besseren Ideen". Er fügte hinzu: "Wir wissen, wie wir dieses Land voranbringen wollen."



Schwesig gegen von der Leyen

Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann soll sich in dem Team um die Belange des Innenministeriums kümmern. Nahles soll im Wahlkampf zur Gegenspielerin von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) werden. Die Schweriner Sozialministerin Schwesig - erst 35 Jahre alt - wird sich mit Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) auseinandersetzen. Merten - eine Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen - übernimmt den Gegenpart zu Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Spekuliert wurde auch über eine Rolle für die Gesundheitsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, Carola Reimann.

"Das ist Quatsch"

In dem Team soll es auch mehrere sogenannte Beauftragte geben. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag aus Nordrhein-Westfalen soll sich um Sport kümmern. Mit im Team ist auch die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer. Weitere Namen sind bislang nicht bekannt. Zu Berichten, wonach auch die Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, Christina Rau, dabei sein werde, hieß es in Parteikreisen allerdings: "Das ist Quatsch."

CDU auf Jahreshoch

Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage käme die SPD derzeit nur auf 23 Prozent. Die Union kletterte mit 38 Prozent auf ein neues Jahreshoch. Die FDP hingegen liegt auf einem Tief von 13 Prozent. Trotzdem hätte eine schwarz-gelbe Koalition damit eine Mehrheit von 51 Prozent. Die Grünen liegen bei 12 Prozent, die Linkspartei bei 9 Prozent.

Steinmeiers Popularität im Keller

Zudem schneidet Steinmeier im Direktvergleich viel schlechter ab als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Nur 17 Prozent der Befragten würden ihn direkt zum Kanzler wählen - der schlechteste Wert seit der Nominierung vor elf Monaten. Für Merkel würden sich 58 Prozent entscheiden.


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Quelle: dpa

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