Falsche Wahlzettel in Berlin, Hessen und Thüringen
27.09.2009, 22:34 Uhr
Mehr als 62 Millionen Bundesbürger waren am Sonntag zur Wahl eines neuen Bundestages aufgerufen. Ganz ohne kleinere Pannen ging diese logistische Mammutaufgabe nicht über die Bühne. In Berlin, Hessen und in Thüringen wunderten sich Wahlberechtigte über falsche Stimmzettel, in Erfurt war gar eine Wahlurne kurzzeitig verschwunden.
Rechtzeitig vor der Öffnung der Wahllokale fand sich die Urne aber in einem benachbarten Raum wieder.
Problem bereits behoben
Wie eine Sprecherin des Landeswahlleiters in Berlin mitteilte, wurden in einem Wahllokal im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf am Sonntagmorgen falsche Wahlzettel verteilt. Es handelte sich um Stimmzettel eines anderen Wahlkreises mit anderen Kandidaten. Das Problem sei bereits behoben worden, fügte die Sprecherin hinzu. Kreuze, die bereits auf den falschen Wahlzetteln abgegeben worden seien, müssten aber nun als ungültig gezählt werden. Wie viele Stimmabgaben zur Bundestagswahl davon betroffen sind, konnte sie nicht sagen.
Hanauer Stimmzettel in Frankfurt
Auch in Hessen kam es zu einer Wahlzettel-Panne: Nach Informationen des "Hessischen Rundfunks" lagen in einigen Frankfurter Bezirken Stimmzettel mit den Hanauer Direktkandidaten aus. Mitarbeiter in den betroffenen Wahlbezirken hätten die falschen Stimmzettel rechtzeitig bemerkt und aussortiert, teilte das Wahlamt mit. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Frankfurter Bürger mit dem falschen Zettel gewählt hätten. Wenn sich dieser Verdacht bestätigt, soll nach Anweisung des Wahlamtes die Zweitstimme gezählt werden, die Erststimme für die Hanauer Kandidaten aber nicht.
"Schon verwunderlich"
Im Briefkasten einer Thüringer Gemeinde fanden Wahlvorstände derweil Wahlbriefe aus Wiesbaden und Köln. "Wie die da rein gekommen sind, ist schon verwunderlich", meinte die zuständige Kreiswahlleiterin. Leider könnten diese Stimmen bei der Auszählung nicht berücksichtigt werden.