In Steinmeiers Team sind die Frauen in der Überzahl, aber die Bayern unterrepräsentiert - findet der CSU-Generalsekretär (Foto: ddp)
Der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, hat die Zusammensetzung des "Kompetenzteams" von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gegenüber der "Passauer Neuen Presse" scharf kritisiert. Obwohl in Bayern und Baden-Württemberg ein Viertel aller Bundesbürger leben und beide Bundesländer die größte Wirtschaftsdynamik hätten, seien sie im SPD-Team "nicht willkommen". Dies sei das "typische spalterische Denken Nord gegen Süd bei den Sozialdemokraten".
Geografisches Gefälle im Team
Nach Recherchen von t-online.de zeigt sich bei der Zusammensetzung von Frank-Walter Steinmeiers Team tatsächlich ein Nord-Süd-Gefälle: Von den 18 Sozialdemokraten haben fünf in Nordrhein-Westfalen ihren Wahlkreis, vier kommen aus Niedersachsen.
Darmstadt und Worms als "Südlichter"
Am weitesten in den Süden dringt Justizministerin Brigitte Zypries mit ihrem Wahlkreis im hessischen Darmstadt vor. Der 37-jährige Harald Christ, der als Mittelstands-Experte ins Boot geholt wurde, stammt zwar aus der Nähe von Worms, arbeitet jedoch als Finanzinvestor in Berlin. In der Politik hat er bisher keine Karriere gemacht. Bei den Regierungsmitgliedern der Union sind die beiden südlichsten deutschen Bundesländer mit jeweils zwei Ministern aus Bayern und Baden-Württemberg vergleichsweise stark vertreten.
"Team Steinmeier"
Der SPD-Kanzlerkandidat hatte sein "Team Steinmeier" aus zehn Frauen und acht Männern Ende Juli in Potsdam vorgestellt. Mit dabei sind neben allen sozialdemokratischen Bundesministern außer Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auch bundespolitisch bisher unbeschriebene Blätter.