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Piraten entern mit zwei Prozent die Parteienarena
28.09.2009, 16:48 Uhr
Anhänger der Piratenpartei verfolgen die Bekanntgabe der Wahlergebnisse (Foto: ddp)
Den Einzug in den Bundestag verfehlten sie klar - und dennoch feiert die Piratenpartei ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl: Zwei Prozent der Stimmen haben die Polit-Neulinge am Sonntag erhalten. In einigen Wahlbezirken lagen die Werte sogar weit darüber.
So erhielt die auf Internetthemen spezialisierte Gruppierung im Osten Berlins sogar 6,0 Prozent der Stimmen. Nach Angaben von Parteichef Jens Seipenbusch kamen die Piraten in einigen Wahlbezirken auf bis zu neun Prozent. Unter den Erstwählern hätten 13 Prozent ihr Kreuz bei den Piraten gemacht, berichtet er auf der Basis vorläufiger Zahlen.
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"Wir werden erfolgreich sein"
"Die Wahl hat gezeigt, dass unsere Themen wichtig sind und dass wir erfolgreich sein werden in der Zukunft", schlussfolgerte Seipenbusch am Wahlabend. Mit einem Stimmenanteil von bundesweit zwei Prozent sei eine "magische Grenze" durchbrochen. Dies sei "noch nicht das Ende der Fahnenstange".
"Das tut den etablierten Parteien schon weh"
Unter den nicht in den Bundestag gewählten Parteien verbuchten die Piraten die höchste Stimmenzahl. "Das Ergebnis hebt uns endgültig aus der grauen Masse der kleinen Parteien heraus", sagte Seipenbusch. Mit inzwischen 9000 bis 10.000 Mitgliedern sei die Piratenpartei "mitgliedermäßig schon die siebtstärkste Partei". Das Wahlergebnis seiner Partei "tut den etablierten Parteien schon weh", zeigte sich Seipenbusch überzeugt.
Großer Zulauf
Bei den Piraten engagieren sich vor allem Internet-Aktivisten, die sich für Bürgerrechte in der Informationsgesellschaft und den freien Zugang zu Wissen und Kultur einsetzen. Nach schwedischem Vorbild hatte sich die Piratenpartei 2006 in Deutschland formiert. In den Wochen vor der Bundestagswahl stiegen die Mitgliederzahlen - manchmal kamen täglich bis zu 100 neue Anhänger hinzu. Vor allem die geplante Sperrung kinderpornografischer Internet-Seiten in Deutschland hatte die Internetgemeinde auf die Barrikaden gebracht.
Quelle: dpa
, AFP