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Umfrage: Mehrheit der Wähler ist für die Große Koalition
25.09.2009, 17:42 Uhr
Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage mit der Arbeit der Großen Koalition zufrieden (Foto: dpa)
Kurz vor der Bundestagswahl befürwortet die Mehrheit der Bundesbürger die Große Koalition von Union und SPD fortzusetzen. Das geht aus einer aktuellen Emnid-Umfrage für den Sender N24 hervor. Demnach bevorzugen 49 Prozent die bisherige Regierungskonstellation im direkten Vergleich mit einem schwarz-gelben Bündnis.
Nur noch 38 Prozent würden eine Koalition aus den Unionsparteien und
FDP vorziehen. Über die Hälfte der Wähler (59 Prozent) attestierten der Bundesregierung, in den vergangenen vier Jahren eine gute Arbeit geleistet zu haben.
Steinmeier gewinnt an Profil
Die Regierungsarbeit von
Angela Merkel wurde von 69 Prozent der Befragten als gut bis sehr gut eingeschätzt. SPD-Kanzlerkandidat
Frank-Walter Steinmeier konnte demnach besonders im Wahlkampf bei den Wählern punkten: 61 Prozent aller Befragten gaben an, er habe in den vergangenen Wochen an Profil gewonnen. Auch 65 Prozent der Unionswähler sind dieser Meinung.
Forscher sieht schwarz-gelbe Mehrheit
Allerdings sieht der Wahlforscher Matthias Jung trotz leichter Zugewinne für die SPD in den jüngsten Umfragen unmittelbar vor der Bundestagswahl keine Trendumkehr. Es gebe weiterhin eine "knappe, aber sichere Mehrheit für Schwarz-Gelb", sagte der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, dem Berliner "Tagesspiegel". Den Sozialdemokraten drohe "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" das schlechteste Bundestagswahlergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik. "25 Prozent ist der obere Rand des Möglichen für die SPD", sagte Jung.
Prognosen bestätigen Tendenz
Am Mittwoch veröffentlichten drei Institute Prognosen, die in der Tendenz ähnlich waren. Demnach verloren Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union seit dem TV-Duell an Zustimmung, die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier holte auf. Das Forsa-Institut sah Schwarz-Gelb zuletzt bei 48 Prozent. Die SPD konnte auf 26 Prozent zulegen. Die Grünen mit elf Prozent und die Linke mit zehn Prozent blieben unverändert.
Viele Wähler noch unentschlossen
In den Tagen vor der Wahl legt kein Umfrageinstitut mehr Prognosen zur sogenannten Sonntagsfrage vor. Die letzten Befragungen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und FDP sowie SPD, Grünen und Linkspartei ergeben. Doch ist eine große Zahl der Wähler immer noch unentschlossen, wo sie ihr Kreuz machen. Entscheidend könnten die Überhangmandate werden. Die meisten Experten erwarten, dass besonders die Union davon profitiert.
Direktmandate könnten Wahl entscheiden
Nach Meinung von Wahlrechts-Experten könnten diesmal die Überhangmandate den Ausschlag für eine schwarz-gelbe Mehrheit geben. Solche Mandate entstehen dann, wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt als ihr nach den Zweitstimmen eigentlich zustünden. Die Linkspartei erwägt deshalb bereits den Gang zum Verfassungsgericht. Angesichts des bisherigen Wahlkampf-Verlaufs erwarten Experten eine eher niedrige Wahlbeteiligung. Bei der Wahl 2005 lag die Beteiligung bei 77,7 Prozent.
Quelle: dpa
, AFP