vom Sun Oct 04 08:54:48 CEST 2009 | aktualisiert am Mon Oct 05 08:59:16 CEST 2009
Hessens Ministerpräsident Roland Koch ist als Bundesfinanzminister im Gespräch (Foto: dpa)
Kanzlerin Angela Merkel will nach Informationen von "Bild am Sonntag" bei den Koalitionsverhandlungen mit der FDP das Finanzministerium für die CDU beanspruchen. In diesem Fall solle der hessische Ministerpräsident Roland Koch trotz aller Dementis ins Bundeskabinett wechseln und neuer Finanzminister werden, berichtete das Blatt unter Berufung auf Informationen aus der Unionsspitze.
Sollte Koch nach Berlin wechseln, sei der bisherige Verteidigungsminister Franz Josef Jung als sein Nachfolger in Wiesbaden im Gespräch, berichtete die Zeitung weiter.
"Mein Platz ist in Wiesbaden"
Koch wies allerdings einen Wechsel ins Bundeskabinett zurück. "Ich habe oft genug erklärt, dass mein Platz in Wiesbaden ist", sagte der CDU-Vize dem "Hamburger Abendblatt". Er werde die neue Bundesregierung "als hessischer Ministerpräsident mit hoher Sympathie bei Wahrung unserer Landesinteressen" unterstützen.
Ringen um Steinbrück-Erbe
Als weiterer Kandidat für das Finanzressort gilt FDP-Schatzmeister Hermann Otto Solms. CSU-Chef Horst Seehofer würde nach Informationen des "Spiegels" dagegen am liebsten Guttenberg an der Spitze des Finanzressorts sehen. In der Partei hieß es, der 37-Jährige würde aber lieber Wirtschaftsminister bleiben, wenn er zusätzliche Zuständigkeiten erhalte. Dies ist auch der Wunsch des Wirtschaftsflügels der Union. Um den Bayern im Amt zu halten, solle das Finanzministerium der FDP angeboten werden, sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU, Michael Fuchs, der "Wirtschaftswoche".
CSU will Bildungs- oder Verkehrsressort
Merkel will laut "Spiegel" Kanzleramtsminister Thomas de Maizière auf seinem Posten behalten. Dem CDU-Politiker waren Ambitionen auf das Innenministerium nachgesagt worden. Seehofer hat dem Bericht zufolge intern signalisiert, auf das Landwirtschaftsministerium zu verzichten, wenn seine Partei im Gegenzug das Bildungs- oder das Verkehrsressort bekommt.
Von der Leyen als Gesundheitsministerin gehandelt
Als Favoritin der Union für das Amt der Gesundheitsministerin gilt Familienministerin Ursula von der Leyen. Die frühere Sozialministerin von Niedersachsen hatte frühzeitig wissen lassen, dass sie gerne in den Gesundheitsbereich wechseln würde. Bei der Vorbereitung der Koalitionsverhandlungen soll sie sich in den Gesprächen mit der FDP nun federführend um die Bereiche Gesundheit und Pflege kümmern.
Brok soll Verheugen nachfolgen
Gestiegen seien die Chancen des CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok auf die Nachfolge von EU-Kommissar Günter Verheugen. Roland Koch habe Brok seine volle Unterstützung für das Amt zugesagt. Brok ist CDU-Vorstandsmitglied, gilt als mächtigster Europaabgeordneter der Union und berät seit Jahren Kanzlerin Angela Merkel in allen strategischen Europa-Fragen.
Die Kommentare geben die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder, die Deutsche Telekom AG distanziert sich daher von den Inhalten der Kommentare.
Der Verfasser ist einverstanden, dass sein Kommentar in die Webseiten der Deutschen Telekom AG (v.a. in den Portalen von t-online.de) eingestellt und dort zum Abruf bereitgehalten wird. Er räumt der Deutschen Telekom AG hiermit das räumlich, inhaltlich und zeitlich sowie nach Abrufmengen unbeschränkte und unwiderrufliche Recht ein, seinen Kommentar in den Webseiten der Deutschen Telekom AG einzustellen, zu vervielfältigen, zum Abruf bereit zu halten und öffentlich zugänglich zu machen.
Außerdem sichert der Verfasser der Deutschen Telkom AG die Rechtmäßigkeit seines Kommentares zu und wird keine rechtsverletzenden sowie strafrechtlich relevanten Inhalte einstellen